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Regelwerk
HURLINGHAM POLO ASSOCIATION - POLOREGELN 2010
38. PERSÖNLICHE FOULS UND TECHNISCHE STRAFEN
 
Ein persönliches Foul beinhaltet eine Unsportlichkeit so wie (aber nicht darauf beschränkt):
 
i
mangelnder Respekt gegenüber den Offiziellen
ii
mit dem Schiedsrichter oder einem anderen Offiziellen streiten
iii
Beleidigungen oder Beschimpfungen
iv
mit Worten oder dem Schläger ein Foul zu fordern („appealing „) 
Solches Verhalten muss mit einer so genannten „technischen Strafe“ geahndet werden.
Wenn eine Strafe bereits verhängt worden ist, dann soll die Strafe verschärft werden – außer die ursprüngliche Strafe war Strafe 2 (30 Yards Freischlag) – in diesem Fall wird der Schiedsrichter seinen Arm heben und der Strafstoß wird wie normal ausgeführt; wenn erfolgreich, dann wird das Spiel fortgesetzt mit der Strafe 5(b) – Freischlag von der Mitte, Teams wechseln die Seite. Falls nicht erfolgreich, wird der Freischlag wiederholt und das Spiel normal fortgesetzt.
Die Strafe 1 (Straftor) wird nicht als technische Strafe gegeben.
Beachte, dass die Strafe 10(a) oder 10(b) zusätzlich zu einer der o.g. Strafen verhängt werden kann.
39. STRAFEN – ALLGEMEIN
 
Wo die Auswahl der Strafen zu verhängen ist, liegt in der Diskretion des Schiedsrichters. Er soll den Grad der Gefahr, den Ort des Fouls, die Richtung, in der das Spiel ging und die Position der Spieler, sowie die Häufigkeit eines ähnlichen Fouls in seine Überlegungen einbeziehen. Falls die Schiedsrichter nicht entscheiden können, sollen sie den Oberschiedsrichter konsultieren. Die Schiedsrichter können einen Freischlag zurückverlegen von wo das Foul geschehen ist, z.B. wenn ein verteidigender Spieler ein Foul innerhalb der 30 Yard Linie, aber nahe der Banden bzw. Seitenlinie, begangen hat, und keine unmittelbare Torchance gegeben war, können die Schiedsrichter eine Strafe 3 oder 4 (40 oder 60 Yard Freischlag) wie angemessen verhängen.

a
Ball im Spiel: Der Ball ist im Spiel in dem Augenblick, in dem er geschlagen oder nach ihm geschlagen, aber verfehlt wird. Sollte der Spieler den Ball schlagen vor dem „Play“ des Schiedsrichters, wird der Strafstoß wiederholt.
b
Positionieren des Balls: Ein „tee“ zu machen ist nicht erlaubt: Nur ein Spieler darf den Ball positionieren und darf dafür nicht länger als 5 Sekunden brauchen. Der Ball darf nicht mehr repositioniert werden, nachdem „ Play“ gerufen worden ist.
c
kein Kreisen:  So bald der Schiedsrichter „Play“ gerufen hat, muss der ausführende Spieler sofort damit beginnen, den Schlag auszuführen. Der Schlag muss beim ersten Anreiten ausgeführt werden ohne im Kreis zu reiten am Anfang oder während des Anreitens.
d
kein Verzögern: Kein Spieler darf eine unnötige Verzögerung des Spiels verursachen - das schließt exzessiv langes Anreiten für einen Freischlag mit ein.
Beachte: Für einen Verstoß gegen die Regeln 39 b,c, und d wird in erster Linie die Strafe7 (Einwurf) verhängt, eine schwerere Strafe bei Wiederholung.
e
Strafe 3 ,4 und 6: Der Spieler, der die Freischläge 3,4 und 6 ausführt, muss die Absicht haben, den Freistoß nur mit einem Schlag auszuführen, und darf den Ball nicht für sich selbst oder einen Mitspieler vorlegen. Wenn er den Ball verschlägt oder vermisst, darf er oder ein Mitspieler seines Teams den Ball weder mit mehr als einem halben Schlag spielen bis ein Gegenspieler den Ball oder nach dem Ball geschlagen hat – noch in einer Weise, die die Schiedsrichter als gefährlich erachten.
Ein halber Schlag ist dadurch definiert, dass der Kopf des Schlägers unterhalb der Schulter des Ausführenden ist, wenn er den Schwung nach unten beginnt.
Die Strafe 5a (Freischlag von der Stelle) soll an der Stelle, wo der Freischlag ausgeführt werden sollte, dem gegnerischen Team zugesprochen werden für einen Regelverstoß durch einen Spieler des den Freischlag ausführenden Teams.
f
Hinter dem Ball:  sich hinter dem Ball“ zu befinden, heißt - ein Spieler positioniert sich hinter einer Linie, die durch den Punkt, wo der Ball platziert worden ist und parallel zur Grundlinie verläuft.
g
falsche Aufstellung des verteidigenden Teams: Falls sich ein Spieler des verteidigenden Teams „hinter dem Ball“ bzw. näher als 30 Yards befindet, wenn der Ball geschlagen oder nach ihm geschlagen wird, wird die Strafe erhöht.
h
am Ende eines Chukka: Spezielle Regeln gelten für Strafen, wenn sie nach der ersten Glocke eines Chukkas verhängt werden. Siehe Regel 16 a und c.
40. STRAFEN – SPEZIFISCH
 
a
Strafe 1 – Straftor
Wenn ein Spieler nach Ansicht der Schiedsrichter in der Nähe des Tores ein gefährliches oder vorsätzliches Foul begeht, um ein Tor zu verhüten, soll dem gefoulten Team ein Tor zugesprochen werden. Die Schiedsrichter sollen dem Torrichter anweisen, die Fahne zu wehen, um anzuzeigen, dass ein Tor gegeben worden ist. Das Spiel soll durch den Schiedsrichter mit einem Einwurf in Richtung Bande fortgesetzt werden von einer Stelle, die 10 Yards vor der Mitte des Tores von dem Team ist, das gefoult hat. Die rechte Seite des Schiedsrichters ist am nächsten zur Grundlinie. Die Zeit soll weiterlaufen, wenn der Ball die Hand des Schiedsrichters verlässt. Seiten werden nicht gewechselt.
b
Strafe 2 – Freischlag von der Stelle oder 30 Yard Freischlag
Wenn ein Foul innerhalb der 30 Yard Linie des verteidigenden Teams passiert und die Strafe 2 verhängt wird, geben die Schiedsrichter als ersten Schritt beim Verhängen dieser Strafe dem Captain des Teams, das gefoult worden ist, die Wahl zwischen:
entweder: „Spot“ - ein Freischlag von der Stelle, wo das Foul passiert ist.                             
oder: „30“ - ein 30 Yard Freischlag (nur ein Schlag) von der 30 Yard Linie - gegenüber der Mitte der Torlinie. Wenn ein Foul außerhalb der 30 Yard Linie passiert, dann wird ein Schlag von der Stelle nicht angeboten.
i
Freischlag von der Stelle – „Spot“ –verteidigt
Der ausführende Spieler darf den Ball mehr als einmal schlagen oder „tappen“ (siehe aber Regel 33p „1xTap“ Regel) Der Rest seines Teams muss sich bei der Ausführung des Schlages „hinter dem Ball“ positionieren
Die Spieler des verteidigenden Teams müssen sich hinter der Grundlinie und mindestens 30 Yards vom Ball entfernt aufstellen bis der Ball oder nach dem Ball geschlagen worden ist. Sie dürfen weder zwischen den Torpfosten noch hinter dem Tor stehen und sie dürfen das Spielfeld nicht durch das Tor betreten, wenn der Ball ins Spiel gebracht worden ist, auch nicht in der unmittelbar nachfolgenden Phase des Spiels.
ii
30 Yard Freischlag –unverteidigt
Der ausführende Spieler darf den Ball oder nach dem Ball nur einmal schlagen.
Der Rest des Teams muss sich hinter dem Ball positionieren, wenn der Ball oder nach dem Ball geschlagen wird, und bleiben aus dem Spiel.
Die Spieler des verteidigenden Teams müssen sich hinter der Grundlinie aufhalten, aber weder zwischen den Torpfosten noch hinter dem Tor. Sie müssen warten bis der Ball zum Stillstand kommt. Sie dürfen nicht in das Spiel eingreifen und irgendwelche beabsichtigten oder unbeabsichtigten Ablenkungsmanöver werden damit bestraft, dass die Strafe wiederholt wird, wenn kein Tor erzielt wird.
Sollte der Ball es mit dem 1x Schlag nicht schaffen, die Tor- oder die Grundlinie zu überqueren oder vom Torpfosten zurückprallen, soll der Schiedsrichter pfeifen. Dem verteidigenden Team wird ein Freischlag von der Stelle zugesprochen, wo der Ball liegen geblieben ist – wie bei Strafe 5(a)
Der Ball kann nach außen verlegt werden in Richtung Banden oder Seitenlinie, wenn ein Torpfosten den Spieler, der den Freischlag ausführt, behindert.
Falls bei einem Spieler des verteidigenden Teams ein Foul während der Ausführung des Freischlags gesehen wird, warten die Schiedsrichter ab, ob ein Tor erzielt wird. In diesem Fall wird das Tor gegeben, der Torrichter soll dies mit seiner Fahne anzeigen und das Spiel wird normal fortgesetzt mit einem Einwurf von der Mitte oder es  wird verfahren wie in Regel 20c(ii) „Schiedsrichterpfiff gleichzeitig mit einem Tor“ beschrieben.
Wenn kein Tor erzielt wird, soll der Schiedsrichter pfeifen und die Wiederholung des Freischlags anordnen.
c
Strafe 3 – 40 Yard Freischlag - verteidigt
Der Ball wird an einer Stelle 40 Yards von der Mitte der Tores entfernt platziert. Die Option für einen Freischlag von der Stelle wird nicht gegeben.
i
Der Spieler, der den Schlag ausführt, muss die Absicht haben, ein Tor mit 1 Schlag zu erzielen. Die restlichen Mitspieler müssen sich „hinter dem Ball“ aufhalten, wenn der Ball oder nach dem Ball geschlagen wird.
ii
Alle Spieler des verteidigenden Teams müssen sich hinter der Grundlinie aufhalten, bis der Ball oder nach dem Ball geschlagen worden ist – unmittelbar danach dürfen sie ins Spiel eingreifen. Sie dürfen weder zwischen den Torpfosten noch hinter dem Tor stehen und sie dürfen das Spielfeld nicht durch das Tor betreten, wenn der Ball ins Spiel gebracht worden ist, auch nicht in der unmittelbar nachfolgenden Phase des Spiels.
Falls ein Spieler des verteidigenden Teams bei der Ausführung des Freischlags einen Regelverstoß begeht, hebt der Schiedsrichter den Arm und wartet ab, ob ein Tor  erzielt wird:

-
Falls der Ball mit dem einen Schlag durch das Tor gegangen ist oder wäre, wenn er nicht durch einen Stock oder Pferd gestoppt oder abgelenkt worden wäre, soll das Tor gegeben werden. Der Torrichter soll dies mit seiner Fahne anzeigen und das Spiel wie normal mit einem Einwurf von der Mitte fortgesetzt werden -
oder es wird verfahren wie in Regel 20c(ii) „Schiedsrichterpfiff gleichzeitig mit einem Tor“ beschrieben.
-
Falls der Freischlag das Tor vermisst hat oder vermisst hätte oder von einem Spieler regelrecht gestoppt worden ist, aber ein anderer Spieler seines Teams ein Foul begangen hat, soll gepfiffen und der Freischlag wiederholt werden.
d
Strafe 4 – 60 Yard Freischlag – verteidigt
Der Ball wird an einer Stelle 60 Yards von der Mitte des Tores entfernt platziert.
i
Der ausführende Spieler muss die Absicht haben, ein Tor mit 1 Schlag zu erzielen. Die Mitspieler im Team dürfen sich nach freier Wahl aufstellen.
ii
Das verteidigende Team muss sich hinter der 30 Yard Linie aufstellen und darf erst ins Spiel eingreifen, sobald der Ball oder nach dem Ball geschlagen worden ist.
e
Strafe 5(a) – Freischlag von der Stelle
Ein Freischlag von der Stelle, wo das Foul passiert ist, aber mindestens 4 Yards weg von der Bande oder Seitenlinie. Eine Strafe 5(a) sollte nicht gegen ein verteidigendes Team verhängt werden innerhalb der 60 Yard Linie. Eine Strafe 2,3 oder 4 sollte verhängt werden, so wie es angemessen erscheint.
i
Das ausführende Team darf sich nach freier Wahl aufstellen.
ii
Das verteidigende Team muss sich mindestens 30 Yards vom Ball und nicht „hinter dem Ball“ aufstellen
f
Strafe 5(b) – Freischlag von der Mitte
Ein Freischlag von der Mitte des Feldes.
i
Das ausführende Team darf sich nach freier Wahl aufstellen.
ii
Das verteidigende Team muss sich mindestens 30 Yards vom Ball und nicht „hinter dem Ball“ aufstellen.
g
Strafe 6 – 60 Yard Freischlag – „Safety 60“ – verteidigt
Die Strafe 6 wird verhängt, wenn ein Spieler den Ball hinter die eigenen Grundlinie schlägt (siehe Regel 25a) oder bei unnötiger Verzögerung durch das einschlagende Team (siehe Regel 24e)
Der Ball wird an der 60 Yard Linie gegenüber, wo der Ball die Grundlinie überquert hat, platziert – allerdings nicht weiter als 40 Yards von der Tormitte entfernt.
i
Der ausführende Spieler muss die Absicht haben, ein Tor mit 1 Schlag zu erzielen. Die Mitspieler im Team dürfen sich nach freier Wahl aufstellen.
ii
Das verteidigende Team muss sich hinter der 30 Yard Linie aufstellen und darf erst ins Spiel eingreifen, sobald der Ball oder nach dem Ball geschlagen worden ist
h
Strafe 7 – Einwurf
Ein Einwurf - im Einklang mit der Regel 21 von der Stelle, wo das Foul passiert ist.
j
Strafe 10 - Platzverweis eines Spielers
i
Strafe10(a)
Ein Spieler wird für einen vollen Chukka oder für den Rest eines laufenden Chukkas des Platzes verwiesen – zusätzlich zu irgendeiner anderen Strafe
ii
Strafe 10(b)
Ein Spieler wird für den Rest des Spieles vom Platz verwiesen – zusätzlich zu irgendeiner anderen Strafe.
 
Die Schiedsrichter müssen darin übereinstimmen, dass der Spieler des Platzes verwiesenwird. Falls keine Übereinstimmung besteht, wird der Oberschiedsrichter gefragt zu entscheiden. Die Seite, zu der der vom Platz verwiesene Spieler gehört, soll nur mit 3 Spielern das Spiel fortsetzen. Der vom Platz verwiesene Spieler muss zur Ponyline zurückkehren.
Schiedsrichter sollen es zu dem oder den betroffenen Spielern und zu den Teamcaptains klar machen, welche Strafe verhängt worden ist.
 
Beachte: In allen Fällen, in denen eine Strafe 10(a) oder (b)verhängt worden ist, muss dies im   Spielbericht von den Schiedsrichtern festgehalten werden.
41.  GELBE KARTE
 
– bisher nicht eingeführt im DPV