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Als Stammvater der modernen, vorwiegend
auf dem englischen Vollblut basierenden Zucht wird
der Hengst „Rosewater“ angesehen, dessen Blut
sich über zahlreiche Pologestüte weltweit
vererbte. In Argentinien, wo die meisten Polopferde
gezüchtet werden, vermischte sich dieses Blut mit
dem der dortigen Criollos, der genügsamen und zähen
Arbeitspferde Südamerikas.
Bis auf wenige Ausnahmen gab es lange Zeit keine in
Deutschland gezüchteten Polopferde. Schon aus Kostengründen
wurden die meisten Tiere fertig ausgebildet aus Argentinien
importiert. Dort ist die Infrastruktur ideal, um kostengünstig
zu züchten: große Weideflächen und Stallungen
und genügend geeignete Arbeitskräfte für
Aufzucht und Ausbildung.
Unterdessen sind Fracht- und Zollkosten stark gestiegen.
Um die Pferde ausprobieren zu können, muss man
selbst nach Südamerika fliegen. Und: kommt das
gekaufte Pferd im Frühjahr hier an, so muss man
die Akklimatisierung berücksichtigen (Jahreszeitenwechsel
beim Transport von der Süd- auf die Nordhalbkugel!)
So begann man 1996 auch in Deutschland verstärkt
damit, ausgewählte Stuten mit Vollbluthengsten
anzupaaren.
Schon die erste Jahrgänge erfüllten die Erwartungen
in vollem Umfang. So wurde eine Zuchtzielbeschreibung
erarbeitet und die Rasse „Deutsches Polopferd“ in
die Pferdestammbücher des Rheinlands, von Schleswig-Holstein
und von Berlin-Brandenburg eingetragen. Somit ist es
jetzt möglich, deutsche Polopferde mit Zuchtpapieren
und Abstammungsnachweisen zu erhalten. Noch sind
es erst einige wenige Hengste (Vollblüter oder
hoch im Blut stehende Halbblüter), die in Deutschland
zur Zucht zugelassen und gekört sind. Teilweise
werden sie selbst noch im Polosport eingesetzt.
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